Alternative Bestattungsformen – ein anderer Ort der Beisetzung

Drei Bestattungsformen im Detail: Seebestattung, Baumbestattung und Diamantbestattung

Die Voraussetzung, um alternative Bestattungsformen nutzen zu können, ist die Einäscherung des Verstorbenen, die Feuerbestattung. Eine schriftliche Willenserklärung des Verstorbenen oder besser noch eine Bestattungsvorsorge sollte vorliegen.

Zu den alternativen, meist naturnahen, Bestattungsformen gehören in erster Linie die Seebestattung, die so genannte Baumbestattung bspw. in einem FriedWald oder Ruheforst und die Diamantbestattung.

Es gibt noch weitere individuelle Möglichkeiten, die Asche des Verstorbenen beizusetzen wie z. B. die Alm-Bestattung, die Aschestreuwiese oder die Luftbestattung. Auch ausgefallene Wünsche, wie eine Feuerwerksbestattung und eine Weltraumbestattungen, sind möglich.

Informieren Sie sich gerne bei uns darüber.

Die Seebestattung

Bei der Seebestattung wird in einem besonderen Zeremoniell die Asche in einer Seeurne dem Meer übergeben. Die Beisetzung findet in einem bestimmten Seegebiet, in Deutschland in der Nordsee und Ostsee, durch eine Seebestattungsreederei statt. Bis zur Verschickung der Urne zur Reederei ist der Ablauf wie bei jeder anderen Bestattung auch nach den Wünschen des Verstorbenen bzw. der Angehörigen gestaltet.

Bei der Beisetzung auf See können Angehörige anwesend sein, je nach Schiff variiert die Anzahl der Personen. Das Schiff fährt mit Fahne auf Halbmast bis zur Beisetzungsstelle hinaus. Es werden ein paar Worte durch Pastor, Kapitän oder auch durch Angehörige gesprochen, die Urne wird an einem Seil dem Meer übergeben. Dann gibt die Schiffsglocke 4x 2 Doppelschläge ab, welche das Ende der Wache auf dieser Welt symbolisieren. Die Angehörigen haben die Möglichkeit einzelne Blumen oder Blütenblätter der Urne nachzuwerfen, dann fährt das Schiff eine Ehrenrunde um die Beisetzungsstelle und nimmt Kurs zurück auf die Küste.

Die Daten und Koordinaten der Beisetzung werden in das Logbuch des Schiffes eingetragen. Auf Wunsch bekommen die Angehörigen einen Auszug der Eintragung und eine Seekarte mit den eingezeichneten Koordinaten der Beisetzungsstelle ausgehändigt. Wir organisieren für Sie auch jährlich Gedenkfahrten zur Beisetzungsstelle.

Eine Seebestattung erfordert eine schriftliche Willenserklärung, im Bestfall einen Vorsorgevertrag.

Die Baumbestattung

Urne

Die Bestattung in einem FriedWald, Ruheforst oder anderen genehmigten Gebieten ist eine Naturbestattung. In einem besonders ausgewählten Waldgebiet haben Angehörige die Möglichkeit, die Urne an den Wurzeln eines Baumes beizusetzen. Die Natur mit ihren Jahreszeiten übernimmt hier den Schmuck der Grabstelle und auch die Pflege. Die Bäume sind mit verschiedenfarbigen Nummern gekennzeichnet. Diese Bäume sind in Kategorien eingeordnet, durch die wiederum die Preise bestimmt werden. Je besser gewachsen, älter und schöner gelegen ein Baum ist, z. B. idyllisch an einem Bachlauf, desto mehr kann man für einen solchen Bestattungsplatz investieren. Er bietet dann aber auch einen besonderen Platz für das Gedenken. Ein Baum kann zu Lebzeiten mit einer Bestattungsvorsorge ausgesucht werden oder die Angehörigen übernehmen später die Wahl.

Es gibt die Möglichkeit einen Gemeinschaftsbaum für die Beisetzung zu nutzen, an dessen Wurzeln bis zu 10 Urnen beigesetzt werden. Dies ist die günstigste Variante. An den Wurzeln eines Baumes können aber auch nur Familienmitglieder oder auch Freunde beigesetzt werden, wenn Sie sich so etwas wünschen, dabei handelt es sich um so genannte Familien- oder Freundschaftsbäume. Auch hier können bis zu 10 Urnen beigesetzt werden. Der Baum wird für die erste Bestattung komplett erworben, so dass für weitere Beisetzungen neben den Kosten für den Bestatter nur noch die Beisetzungsgebühr erhoben wird. Das Nutzungsrecht läuft 99 Jahre. Eine Kennzeichnung mit dem Namen ist meistens durch ein kleines Metallplättchen möglich.

Die Diamantbestattung

Bei der Diamantbestattung wird außerhalb von Deutschland aus einem Teil der Asche ein Diamant gepresst. Etwa 500 Gramm der Asche werden durch Druck und Temperatur zu einem Erinnerungsdiamanten gepresst. Hierbei werden die natürlichen Wachstumsbedingungen von Diamanten nachgeahmt, der Prozess nimmt daher einige Zeit in Anspruch.

Dass jeder Mensch zu Lebzeiten individuell war, zeigt sich auch in den Bestandteilen der Asche, die sich wiederum auf die Farbe des Diamanten auswirken. Der Erinnerungsdiamant zeigt eine unterschiedlich ausgeprägte Blaufärbung auf. Er kann auf Wunsch in verschiedenen Schliffen bearbeitet werden, z. B. in Herz-Form, und wird mit einem Zertifikat in einer Schmuckschatulle an die Angehörigen übergeben.

Die restliche Asche kann von den Angehörigen in einem Grab auf dem Friedhof oder an anderen Orten wie der See oder dem Wald beigesetzt werden. Mit nach Hause nehmen kann man den Rest der Asche in Deutschland nicht, auch nicht in einer Urne.

Die Kosten des Diamanten ergeben sich durch die Größe (Karat) des Edelsteines. Mit mindestens 3.000 € für die Diamantherstellung sollten Sie rechnen.